Soundtrack
Milky Chance
Aufrichtige Popmusik? Gut möglich, dass es so etwas gar nicht gibt, aber sicher ist, Milky Chance kommt verdammt nah dran. Jedes Lied in vollkommener Eigenregie handgemacht, mit viel Hingabe und Herzblut direkt aus dem Bauch.
Wühlt man sich durch bis zu den Grundsteinen dieser Musik, stößt man auf klassische Singer-Songwriter-Elemente. Den üblichen Formen dieses Genres aber entzieht sich Milky Chance durch eine starke, sehr präsente Dynamik. Eine Dynamik nicht zuletzt geschaffen durch die dominante Gitarre, mit welcher der Sänger sich selbst begleitet und der man ihre Reggea-Herkunft, trotz ihres weiten Weges noch anhört. Zusätzlich unterlegt durch elektronische Bässe und Percussions, lässt Milky Chance einen ganz neuen Sound entstehen. Einen Sound, der es schafft, sich vom üblichen Pop-Sumpf abzuheben und trotzdem seine Zuhörerschaft aus den unterschiedlichsten Schichten rekrutiert.
So trifft Milky Chance einen gewissen Nerv unserer Zeit: Alle haben alle Möglichkeiten. Eine Generation versucht ihre Ziellosigkeit zu verdrängen und klammert sich sehnsüchtig an alles Spontane, Echte, an alles was nichts mit planen, abwägen und kalkulieren zu tun hat.
Milky Chance komponierte den Soundtrack des Films Where to, Miss? und verbindet dabei den unverkennbaren Sound der Band mit subtilen indischen Einklängen. Der Sänger Clemens Rehbein interpretiert und kommentiert die Stimmung und das Geschehen auf seine ganz persönliche Weise. Das Medium Film lässt es zu, verschiedene Kunstformen zusammenzuführen. Where to, Miss? enthält Sequenzen, die von einer starken visuellen und musikalischen Stimmung geprägt sind. Das Grundgefühl von Milky Chance’s Musik ist eine überaus idealistische Haltung gegenüber der Welt, die durchbrochen wird von der Konfrontation mit der Wirklichkeit. Sie erzeugt eine Melancholie, die man überall dort findet, wo die Sehnsucht nach einem Zustand herrscht, der vielleicht nie erreicht werden kann – doch eine starke Hoffnung danach bleibt. Diese Stimmung entspricht genau der des Films, daher ist die Zusammenarbeit mit Milky Chance für uns und für den Film eine große Bereicherung.
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